Linthmais

Gedichte

 

 

 

 

 

Türggeribel bi de Grossmuetter

Um Sankt Georg muess s’Türggechorn i d’Aerde
So cha bis im Herbst drus öppis werde

Vum Linthbett ä Halbschtund Richtig Dorf
lit de Fischbach mit em schwarze Torf

Z’Sunne schint s’chönd warmi Täg
Same Geissmist und Wärchzüg ligged zwäg

E Setzschnuer sorgt für gradi Fure
macht Abschtand dass me grad chunt dure

De Mischt wird igleit und ächli deckt
dänn mit em Setzholz Löcher gschtupft und Chöre gschteckt

De Türgge und s’Uchrut wachset jetz um d’Wett
mer drum auch öppe jäte sett

Diä schlanke Bletter händ mich scho bald überdacht
und jede Schtängel hät zwe drei Chölbe gmacht

D’Samefäde wie Engelhoor tüends usequelle
s’hät Chöre dra me chas chum zelä

Es isch Oktober es chunt d’Erntezit
und es vum goldige Säge mänge Chorb voll git

Sind die Chölbe dänn im Hus
hülschet mir si grad au no us

Bis uf drü werdet alli Bletter grupft
und dänn zwe Chölbe zäme knüpft

I d’Obertili trägi dänn die schweri Fracht
d’Luft i wenig Wuche d’Chöre troche macht

Jetzt chunt e schöni Arbet zum Zit vertriebe
d’Chöre cha me fu de Chölbe ribe

Z’Richeburg isch d’Müli für die Götterschpis
bim Pius Chistler me seit im de Sager Pis

Det dure isch de Weg rächt wit
derfür öppis intressants zum luege git

D’Sagi und d’Müli werdet mit Wasser betribä
de Müller tuet mahle ich tue bim Wasserrad Zit vertriebä

S’Mehl isch bald im Sack s’got heizue z’Fuess
de Müller seit chum guet dure und de Mariann en Gruess

De Leiterwage hänkt scho ä chli a
wänn i scho d’Achse mit Schwischmutz gschmiret ha

Bald bini a de Linth mit de isige Bogebrugg
nu drühundert Meter und ich bi im Linthbett zrugg

So jetzt isch es äntli so wit
dass es fascht all Zmorge Türggeribeli git

Das isch vor em zweite Wältchrieg gsche
jetzt isch es Noschtalgie und nüd viel meh

Hüt tuet me de Linthmais propagiere
und wett en Ufschwung provoziere

Ich dänke das sett scho glinge
ich sälber tue gern d’Ribelichelä schwinge

Anton Hässig, 2005

 

 

 

 

 

"Ribeli"

Chunt öpper us de Fröndi hei

und frougsch, was isch dy Gluscht?

So wot er gwüss käs Gotletbei,

Käs, Bule, sondern ganz elei.

e Ribel, Märchlerchoscht.

 

E bsundrigs Mähl bruchts dou dezue,

us Türgge wird das gmacht.

Was Türgge sig? Polente lue!

Dey wird ganz grob dur d'Müli tue,

as ratteret und chracht.

 

Zum Riebl bruchts au zümpftig Späck,

vill Anke, gsunde Schmalz,

suscht stübt das Züg im Mul we Dräck,

de rächte Märchler gfallts.

 

Gedicht von Marzell Stählin, Lachen